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Kapitel 1 Adrian und der Ninja
„Mist, so wird das nie was mit dem Stammplatz im Team.“, murrte Adrian in sich hinein, denn beim Fußballspielen war seine Schuhsohle gebrochen. Sockfuß und mit einem kaputten Kickstiefel in der Hand stapfte der zwölfjährige Junge missmutig vom Trainingsplatz, der mehr ein Acker als ein Rasen war. Enttäuscht verließ Adrian das Trainingsgelände des FC Wacker Bavaria.
Auf der Straße entdeckte Adrian einen Kronkorken und versuchte ihn mit dem Fuß in die Luft zu schnippen. Es misslang. „Adrian, du bist ne Fußballgurke!“ haderte der Junge, und unzufrieden mit sich und der Fußballwelt bog er in eine schmale Gasse ein.
Überrascht starrte Adrian auf eine schwarz vermummte Gestalt mit Ninja-Gesichtsmaske und schwarzen Turnschuhen. Der Ninja sprang aus dem Gebüsch und rannte davon, ohne Adrian zu beachten.
„Ein Ninja, hier in München?“
Verblüfft sah Adrian dem Jungen nach, wie dieser an den dichten Hecken der Gasse entlang raste und direkt auf eine Kreuzung zulief, an der plötzlich ein Mädchen stand. Der Ninja sprang in die Luft und mit den Knien traf er das Mädchen im Rücken.
Das Mädchen schrie vor Schmerz auf und stürzte. Vergeblich versuchte sie ihren Fall zu bremsen, als sie zu Boden ging. Der Angreifer lachte laut. Erschrocken sah sein Opfer zu ihm auf.
„Bleib stehen, du Idiot!“ brüllte Adrian, doch die vermummte Gestalt lief einfach davon. Adrian rannte an dem Mädchen vorbei, das weinend auf der Straße saß und sich den Rücken rieb. Ihre Hände waren aufgeschürft und bluteten. „Ich krieg ihn!“ rief Adrian der Weinenden zu und eilte weiter.
Adrian war ein guter Läufer. Als Außenverteidiger der Fußball D-Jugend von Wacker Bavaria war er es gewohnt, das Spielfeld rauf und runter zu rennen. Seinem Gegner hingegen ging schnell die Puste aus und Adrian gelang es, den Abstand zu verkürzen. Meter um Meter kam er näher, bis ihn nur noch eine Armlänge vom fliehenden Ninja trennte. Adrian machte sich zum Hechtsprung bereit.
Der Hechtsprung, dann ein eine Rolle auf dem Asphalt und „Zack“ packte Adrian die Beine des Ninjas. Der plumpste auf die Nase und lag ausgestreckt auf dem Gehweg. Adrian ließ sich auf den Hintern des Ninjas fallen und nahm ihn in den Schwitzkasten. „Ergib dich.“, forderte er den Unterlegenen auf. Genauso wäre es gewesen, wenn alles nach Plan gelaufen wäre. War es aber nicht und drum noch mal von vorne:
Adrian machte sich fertig zum Hechtsprung, doch plötzlich spürte er einen Schlag auf seinem Hinterkopf. Adrian schrie vor Schmerz auf. Er sah Sterne, dann begann er zu taumeln, bevor ihm schwarz vor Augen wurde und er ohnmächtig auf den Gehweg stürzte.
Kapitel 2 Eine Lüge
Der achtzig jährige Alfred Heinrich hatte gerade Schneckenkorn auf das Gemüse in seinem Garten gestreut, als er Adrians Schrei vernahm. Neugierig eilte der rüstige Rentner zu seiner Gartenecke, wo er sich auf Zehenspitzen erhob und über die Hecke blickte. Ein Junge lag regungslos auf dem Gehweg und ein paar Meter dahinter saß ein Mädchen auf dem Hosenboden und weinte. Sonst war weit und breit niemand zu sehen.
Alfred griff nach seinem Handy und rief Polizei und Notarzt. Dann lief er auf die Straße, um zu helfen.
„Alles in Ordnung, Mädchen?“ Katja nickte. Besorgt ging Alfred weiter und sah nach Adrian. Der alte Mann fühlte den Puls, schüttelte Adrian sanft an der Schulter und siehe da, der Junge erwachte aus seiner Ohnmacht.
„Alles ok. Danke.“, murmelte Adrian benommen und rieb sich den schmerzenden Kopf, als auch schon eilig ein Notartwagen um die Ecke fuhr. Ein Arzt stieg aus und lief auf Adrian zu.
Der Notarzt kniete über Adrian und schnitt ihm mit einer Schere einen Büschel Haare ab. Mit einem Tupfer desinfizierte der Mann eine harmlose Platzwunde am Hinterkopf des Jungen.
„Aua!“ rief Adrian.
„Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ antwortete der Arzt.
„Ich bin aber kein Indianer.“, murrte Adrian und sah auf das Haarbüschel, das am Boden lag und vom Wind davon geweht wurde.
„Du bist ein Fußballer, oder?“ Der Notarzt deutete auf die Sporttasche neben Adrian, aus der der kaputte Kickstiefel lugte. Adrian nickte.
Adrian beobachtete, wie unbeteiligt sich das Mädchen im Gespräch mit dem Polizisten gab, so als habe es mit alledem hier nichts zu tun. Aufmerksam lauschte Adrian der Befragung.
„Also Katja, jetzt erzähl mal, was passiert ist.“
„Nichts ist passiert. Ich bin gestolpert und gestürzt. Mehr war nicht.“
Adrian konnte nicht glauben, was er da hörte. „Sie lügt!“ wollte er rufen, doch er schwieg und zog es vor, der weiter zuzuhören.
„Mehr war nicht?“ antwortete der Polizist ungläubig. „Und der Junge dort? Was ist mit dem? Ist der auch gestürzt?“
„Weiss ich doch nicht. Fragen sie ihn doch.“
Das Mädchen sah den Polizisten trotzig in die Augen. Für Katja war das Gespräch beendet. Der Wachtmeister nickte knapp, dann ging er zu Adrian.
„Und du Junge, bist du auch nur gestürzt?“
„Nein. Ich bin niedergeschlagen worden, als ich einen Jungen verfolgt habe.“
„Und wie sah der Junge aus?“
Adrian zögerte. Er traute sich nicht recht, die Wahrheit zu sagen.
Ungeduldig sah der Polizist Adrian an.
„Versprechen sie mir, dass sie mir glauben?“ fragte Adrian und der Mann versprach es.
„Na ja“, drückte Adrian herum. Er sah aus, wie ein Ninja.“
„Ein Ninja, hier in München?“, entfuhr es dem verblüfften Polizisten, während Adrian einen Blick auf den Notizblock des Beamten warf. Dort stand in Großbuchstaben der Name des Mädchens geschrieben, das so unverschämt gelogen hatte. Katja Dehner war ihr Name.
Der Polizist bemerkte den neugierigen Blick Adrians nicht, er grübelte über die Antwort des Jungen, dann ging er ein paar Schritte, um sich mit seinem Kollegen zu beraten, der Alfreds Aussage aufgenommen hatte.
„Also, das Mädchen ist gestürzt, der Junge will einen Ninja gesehen haben, bevor er ihn Ohnmacht fiel und der Rentner hat beim Heckeschneiden einen Schrei gehört.“, Informierten sich die Polizisten und in beiden Gesichtern breitete sich Unglauben aus. Für beide Beamte war der Fall klar. Seine Klarheit bestand darin, dass es gar keinen Fall gab.
Kapitel 3 Die Spitze des Eisbergs
Adrian sah dem Streifenwagen der Polizisten nach, der eilig um die Ecke bog. Enttäuscht und ein wenig wütend machte sich Adrian trotzig Mut.
„Aufgeben gilt nicht.“, grummelte er und ging entschlossen auf Katja zu, die soeben den Tatort verlassen wollte.
„Heh Du! Warte mal!“ rief Adrian und Katja blieb stehen. Sie wirkte unsicher.
„Warum lügst du?“
Katja erschrak. Sie schwieg lange, für Adrian zu lange, als dass er ihrer Antwort geglaubt hätte.
„Ich habe nicht gelogen. Warum hätte ich lügen sollen?“
„Genau das will ich von dir wissen.“
„Spinnst du? Hau ab und lass mich in Ruhe!“
„Erst wenn du mir deinen Namen sagst.“ Adrian stellte Katja auf die Probe. Prompt antwortete sie mit einer weiteren Lüge.
„Silke.“
Katja drehte sich um und so schnell sie konnte, rannte sie davon.
„Heh! Bleib stehen!“ schrie Adrian, doch Katja dachte nicht danach.
„Bleib stehen, Katja!“
Katja blieb erschrocken stehen. Als sie sich zu Adrian drehte, konnte der Junge die Furcht in ihrem Gesicht sehen.
Einen Augenblick sahen sich die beiden an, dann lief Katja weiter und winkte einem Bus, der die Straße entlang fuhr. Der Fahrer verlangsamte und Katja sprang durch die sich öffnende Tür hinein.
„Kümmere dich um deinen eigenen Kram! Klugscheißer!“ schrie Katja Adrian entgegen, dann schloss sich die Tür.
Der Bus entfernte sich rasch und ließ Adrian allein und nachdenklich zurück.
„Warum läuft sie weg? Warum lügt sie?“ Die Neugierde und der Ehrgeiz Adrians waren geweckt.
„Ich werde den Fall lösen und ich werde den Jungen finden, der mich niedergeschlagen hat.“
Adrian konnte noch nicht ahnen, dass der Überfall auf Katja nur die Spitze des Eisbergs war.
„Und ich weiss, wer mir helfen wird, die Wahrheit heraus zu finden.“ dachte Adrian, sah auf seine Uhr und lächelte.
Kapitel 4 Schröder
Ein Blick auf die Uhr verriet Schröder, dass es höchste Eisenbahn war. Laut dröhnte der Elektro-Sound eines selbst komponierten Songs aus den Lautsprechern seines Computers. Schröder klickte die Musik samt Musikprogramm weg, schnappte sich seine DJ-Base Cap, sein Powerbook samt Umhängetasche und eilte aus dem Haus. Mit Schwung bestieg Schröder sein orangenes Bonanza Rad aus den 70iger Jahren, mit hochgezogenem Lenker und einem Sattel, der wie eine schwarze Banane aussah. Das Bike hatte einst seinem Vater gehört und noch immer war es top in Schuss.
Traurig dachte der zwölfjährige Junge an seine Eltern, die auf Golfurlaub im Bermuda Dreieck waren und so selten Zeit für ihn hatten.
Schröder versuchte sich das Gesicht seiner Mutter vorzustellen, doch er sah nur das Gesicht von Hildegard, der gestrengen Haushälterin, die sich vor ihm aufbaute.
„Der junge Herr hat seinen Helm vergessen.“
Hildegard reichte Schröder seinen Fahrradhelm.
„Hab ich absichtlich getan.“ Schröder setzte trotzig den Helm auf, radelte los und lies sich den Fahrtwind um die Nase wehen. Schröder litt darunter, mit Hildegard allein in dem großen Haus voller Designermöbel zu leben. Klar, sie kümmerte sich um alles, doch er konnte es nicht leiden, dass sie sich als Ersatzmutter aufspielte und eisern die Regeln der Eltern auslegte. Deren erstes Gebot lautete, dass Schröder keine Freunde mit nach Hause bringen durfte. „Ein Schmutzfink im Haus ist genug.“, pflegte Hildegard immer zu sagen und irgendwie klang sie dabei, als wenn ihr das Leid tun würde. Ja, das Leben machte Schröder manchmal ganz schön fertig.
„Schluss jetzt. Keine Zeit für Gejammer!“ ermahnte er sich und stieg in die Eisen. Schnell radelte Schröder davon.
Schröders Ziel war ein alter Bunker im Park. Er wusste, dass er sich beeilen musste, wenn er rechtzeitig dort sein wollte. Entschlossen trat er in die Pedale.
Kapitel 5 Lara
„You are welcome“, bedankte sich Lara bei ihrer Mutter Sylvia, einer Engländerin. Die zwölfjährige Lara war zweisprachig aufgewachsen und sie war deswegen happy. Wenn andere Kids zu Hause Englisch für die Schule büffeln mussten, konnte Lara machen was sie wollte und Lara hatte viele Interessen. Skateboard fahren, Basketball, Surfen, Musik downloaden. Eigentlich war Lara für alles zu begeistern, nur dass, was ihre Mitschülerinnen mochten, konnte Lara nicht ausstehen. Mädchenkram wie Tanzschule, Pferdereiten und sich wie lebende Barbies rausputzen, waren für Lara ein Horror.
„No go“, sagte Lara dann stets und trieb ihren Vater Oliver zur Verzweiflung, der sich so gerne ein ruhiges Mädchen als Tochter wünschte, das sich für Mädchensachen interessierte und nicht immer von großen Abenteuern träumte. Doch unzufrieden waren Oliver und Sylvia mit Lara nicht, sie liebten ihre Tochter über alles. „Lara Croft“ nannten Mutter und Vater ihr Mädchen manchmal mit Spitznamen und das fand Lara richtig cool, denn die Action-Heldin aus der Spielkonsole war ein echtes Vorbild für Lara. Sie war cool, tough, eine Frau, die ihren Mann stand. So wollte auch Lara sein.
Lara knotete die Schnürsenkel ihrer neuen Turnschuhe zusammen sprang auf ihr Skateboard und ab ging die Post.
Mit einem Affenzahn umkurvte Lara die Fußgänger, als wären sie Slalomstangen. Laut sang Lara zur Musik ihres MP3 Players, als sie eine Treppe hinab sprang und mit ihrem Board sicher auf dem Asphalt landete. Wie der Wind rollte Lara weiter und bog in den Park ein.
Ein Blick auf die Uhr verriet, Lara war früh dran. Pünktlichkeit war dem Mädchen wichtig. „Very British“ eben.
Lara beschloss, die verbleibende Zeit zu nutzen und einen Abstecher auf die Halfpipe, dem Skateboarder Paradies im Park zu unternehmen.
Kaum war sie dort eingetroffen, raste Lara die Rampe rauf und runter, sprang und drehte sich und vollführte ein akrobatisches Kunststück nach dem anderen. Die Jungs in der Halfpipe staunten nicht schlecht. So gut wie Lara, war keiner von ihnen.
„Klick! Klick! Klick!“ machten die Digi Cams japanischer Touristen, die Lara bei ihren Sprüngen knipsten. Stolz lächelte das Mädchen in die Kameras, dann war es Zeit die Halfpipe zu verlassen und weiter zu fahren.
Kapitel 6 Herakles
Herakles starrte auf seinen Schulranzen, der in der Ecke seines Zimmers lag, als wäre er ein böses Tier, das am Boden kauerte und gleich angreifen würde. Der dreizehnjährige Junge hasste diesen Ranzen, so wie er die Schule hasste. Drum war Herakles sitzen geblieben und ärgerte sich, weil er nun noch ein Jahr länger die Schulbank drücken musste.
„Vielleicht sollte ich doch mal ein bisschen lernen.“, dachte Herakles, den seine Freunde nach dem griechischen Halbgott benannt hatten, weil er so stark war.
„Soll ich oder soll ich nicht?“ Herakles Blick war auf die Schultasche gerichtet. Er dachte an all die Hausaufgaben, die sich darin befanden und schließlich gab er sich einen Ruck. Herakles griff nach der Tasche, öffnete sie und zog das Mathebuch ans Licht. Mit gerunzelter Stirn öffnete er das Buch und ließ seinen Blick über die Zahlen und Formeln schweifen.
„Oh Mann, das pack ich nie.“, stöhnte Herakles. Er war froh, als plötzlich sein Handy zu klingeln begann und ihn aus der düsteren Betrachtung der Mathematik riss.
Adrian war in der Leitung und sprach hektisch auf Herakles ein. Der lauschte lange, bevor er eine Chance zum Antworten bekam.
„Oh Mann, wie konnte ich das nur vergessen.“, entschuldigte sich Herakles und war heilfroh, Mathe entkommen zu können. Erleichtert ließ er das Schulbuch fallen und verließ eilig das Haus.
Herakles hastete durch die Menschenmenge, die auf die U-Bahn wartete. „Keine Zeit, keine Zeit.“, grummelte er als Entschuldigung und drückte sich zwischen zwei protestierenden Passanten hindurch.
Der Treffpunkt der Freunde war Herakles Ziel. Immer wieder sah er auf seine Uhr. „Mann oh Mann, werden die sauer sein.“ dachte Herakles und stellte sich die sauertöpfischen Gesichter von Adrian, Schröder und Lara vor, die sicher schon lange am Bunker auf ihn warteten.
„Keine Zeit, keine Zeit.“, entschuldigte sich Herakles und drängte sich erneut an den beiden Passanten vorbei, als diese mit ihm an der U-Bahn Haltestelle den Zug verließen.
Kapitel 7 Der Bunker
„Immer das Gleiche mit dem Kerl.“, murrte Lara und sah zu ihren Freunden. Schröder und Adrian nickten. Die Gefährten saßen auf dem Dach eines alten Bunkers, der im Zweiten Weltkrieg tief in die Erde gegraben worden war. Der unterirdische Schutzraum befand sich auf einer Streuobstwiese und war durch wild und hoch wachsende Gräser geschützt. Nur ein kaum sichtbares Luftrohr und eine schwere Eisenluke ließen erkennen, dass es sich hier um einen gut versteckten Schutzraum handelte.
„Ne halbe Stunde. Das ist Rekord.“, meckerte Lara und die Freunde nickten.
Adrian hatte einen Fußball dabei. Um sich die Zeit zu vertreiben, ließ er ihn auf vom Fuß auf den Kopf wandern und versuchte mit dem Ball zu jonglieren. Es gelang ihm nicht, und der Ball fiel zu Boden.
„Gib es auf. Aus dir wird nie ein zweiter Philipp Lahm.“ Schröders analytischer Verstand brachte es auf den Punkt. Doch Adrian gab nicht auf und versuchte erneut mit dem Ball zu jonglieren. Wieder wurde nichts daraus und das Leder kullerte auf die Wiese. “Ich doppelter Linksfuß!“ Wütend kickte Adrian den Ball und im hohen Bogen hob dieser vom Bunker ab und landete weit weg, mitten auf der Wiese.
„Tor.“, sprach Lara frech und grinste, als der Ball plötzlich wieder inmitten der Freunde landete.
„1:0 für den Herakles!“ vernahmen die Freunde eine ihnen bekannte Stimme. Außer Puste kam Herakles angetrabt. Er hatte den Ball zurück geschossen.
„Na endlich, Trantüte!“, rief Schröder Herakles entgegen und sah demonstrativ auf seine Uhr.
„Sorry, ehrlich.“, hechelte Herakles.
„Nix da.“ Immer das Gleiche. Mal hast du verschlafen, mal hattest du Gegenwind.“ klagte Lara.
„Und was war es heute?“ wollte Adrian wissen.
Herakles sah in die Runde und überraschte alle mit der Wahrheit.
„Ich wollte Hausaufgaben machen.“
Schröder, Lara und Adrian lachten laut.
„Der war gut.“, giggelte Lara.
„Das war kein Witz.“, empörte sich Herakles und den Freunden blieb das Lachen im Hals stecken.
„War es nicht?“ Adrian konnte es kaum glauben. Betreten sah er zu Lara und Schröder. Sofort beschlich die Gefährten ein schlechtes Gewissen, denn dass Herakles mal freiwillig lernen wollte, war so selten, wie sechs Richtige im Lotto oder ein gelungenes Dribbling von Adrian.
„Ok Leute, macht euch locker. Ihr braucht kein schlechtes Gewissen haben, ok?“ Herakles beruhigte die Freunde und Adrian, Lara und Schröder waren wirklich erleichtert.
Müde und abgekämpft setzte sich Herakles zu den anderen.
„Nix da.“ Meinte Schröder.
„Hoch mit der Kiste und auf mit dem Deckel!“, prustete Lara und schloss ein funkelnagelneues Vorhängeschloss auf, das die Luke des Bunkers sicherte.
Herakles sprang auf die Beine und zog mit Bärenkraft am Griff der schweren Eisenluke.
„Wisst ihr noch, wie wir damals über den Bunker gestolpert sind?“, fragte er.
„Du bist darüber gestolpert, Herakles.“, korrigierte Adrian und die Freunde grinsten.
„Das alte Schloss war so rostig, dass es schon vom Hinsehen abfiel.“, erinnerte Herakles.
„Oder weil du darauf gelandet bist.“, konterte Adrian, während Herakles die Luke des Bunkers aufstemmte.
Kapitel 8 Alarm für die Krimi Kids
Eine Leiter führt nach unten in die Dunkelheit. Adrian kletterte behände hinab und die Freunde folgten ihm.
„Rück endlich mit der abgefahrene Geschichte raus, die du uns erzählen willst!“ Schröder platzte fast vor Neugierde.
Adrian entzündete eine Gaslampe. Matt erhellte sie den düsteren Raum und gab den Blick auf vier alte Gartenliegestühle frei, die um einen dreibeinigen Holztisch standen. „Na dann pflanzt euch mal.“, sprach Adrian und mit einem Seufzer machte es sich Herakles bequem.
Als es sich alle gemütlich gemacht hatten, erhob Adrian das Wort. „Also Leute. Heute gibt es was Wichtiges zu besprechen.“ Er schaute jedem einzelnen mit einem bedeutungsschwangeren Blick in die Augen.
„Jetzt mach’s doch nicht so spannend. Wir sind hier nicht im Theater.“ Lara platzte fast vor Neugierde.
„Red schon!“, drängte Schröder.
„Genau Mann, trödele nicht rum!“ bekräftigte Herakles und alle mussten lachen, denn war nicht Herakles der Meister im Trödeln?
Adrian begann zu erzählen und die Gefährten lauschten neugierig. Über den Ninja sprach er, von Katjas Lüge und dem geheimnisvollen Fremden, der ihn niedergeschlagen hatte, aber auch von der Polizei, die Adrian kein Wort geglaubt hatte.
„Das ist ja die Höhe!“, empörte sich Lara
„Ne Sauerei.“, pflichtete Schröder bei.
„Da müsste man was gegen unternehmen.“, dachte Herakles laut.
„Genau!“ pflichtete Adrian ihm bei. „Und ich weiss auch schon was.“
Mit großen Augen sahen Lara, Schröder und Herakles zu Adrian auf.
„Anstatt immer nur Krimi Rollenspiele zu spielen, lasst uns echte Verbrechen aufklären. Wir werden Detektive sein und der Bunker ist unser Hauptquartier.“
„Detektive?“ Schröder traute seinen Ohren nicht. „Und wie sollen wir uns nennen? Die Bunker Boys vielleicht?“
„So ne Art Polizisten oder was?“ warf Herakles ein.
„Krimi Kids?“ fragte Lara erstaunt.
Ungläubig sahen die drei zu Adrian, der vor Begeisterung strahlte.
„Ja, Krimi Kids. Und unser erster Fall wird es sein, das Geheimnis des Ninjas zu lüften.“
„Wow, abgefahren!“, rief Schröder.
„Bärenstark!“, brummte Herakles
„Mega cool.“, ergänzte Lara begeistert.